Volksstimme – Di, 24. September 2019
Christian Horisberger
Petition übergeben
Nach mehreren Aktionen zugunsten einer Aufwertung der Begegnungszone stellt die «Begegnungs AG» ihre Forderungen jetzt an den Gemeinderat. 182 Personen haben die Petition unterzeichnet.
«Liefere, nid lafere.» 182 Unterzeichnende fordern in einer Petition mit diesem Titel den Sissacher Gemeinderat auf, die Begegnungszone so weiterzuentwickeln, dass sie ihrem Namen gerecht wird. Gestern (nach Redaktionsschluss) haben Exponenten der «Begegnungs AG» dem Gemeinderat die Bittschrift überreicht. Die Unterzeichnenden wünschen sich eine attraktive Begegnungszone mit Raum für Begegnungen. Nach über zehn Jahren Diskussionen sei genug «glaferet». Endlich seien «konkrete Verbesserungen umzusetzen».
Es war der vierte Auftritt der «AG» in den vergangenen neun Monaten.Am Sonntagsverkauf im Dezember letzten Jahres war sie erstmals in Erscheinung getreten, damals noch anonym. Sie hatte einen kleinen Bereich der Begegnungszone mit Bauabschrankungen abgesperrt und bezeichnete sie als «begegnungsfreie Zone». Der Provokation folgte Charme: Im Februar hinterliessen Helfer der «AG» im Zentrum hübsche Kreideblumen.

Lange genug hingehalten worden
Die gestern eingereichte Petition wurde im Juni lanciert: Die Mitglieder «AG» traten mit Passanten in der Begegnungszone in Kontakt. Sie liessen die Menschen die Qualität der Begegnungszone beurteilen und gegebenenfalls ihre Unterschrift auf das Petitionsformular geben. 120 Unterschriften seien alleine während der dreistündigen Aktion an einem regnerischen Samstag zusammengekommen, sagt Stefan Zemp, Mitglied des Petitionskomitees, rückblickend. Für ihn ein sehr starkes Votum.
Er und die Mitunterzeichnenden wollen sich vom Gemeinderat nicht länger hinhalten lassen, sagt Zemp. «Zuerst sollte man sich gedulden, bis die Güterstrasse fertiggestellt ist, jetzt ist es ein neues Parkhaus beim Bahnhof», sagt Zemp. Die «Begegnungs AG» wolle mit ihren Aktivitäten dafür sorgen, dass das Thema auf die Tagesordnung kommt und nicht weitere zehn Jahre in die Schublade wandert.
Töpfe rücken reicht nicht
Zemp wiederholte vor der Petitionsübergabe gegenüber der «Volksstimme», was die «AG» schon mehrfach betont hatte: Es gehe nicht darum, den Verkehr aus der Begegnungszone auszusperren und die Parkplätze zu streichen. Stattdessen wolle man Räume schaffen, wo tatsächlich Begegnungen stattfinden könnten, damit der «Strichcode» mehr Aufenthaltsqualität erhalte. Mit dem Verschieben einiger Töpfe beim Gemeindehaus sei noch nichts erreicht, sagte der alt Landrat der SP. Freude habe er dagegen an den neuen Litfasssäulen in der Begegnungszone, zu denen ein Gewerbetreibender den Anstoss gegeben habe.
Der Petition beigelegt hat das Komitee eine lange Liste mit Wünschen und Anregungen, die aus einer SP-Veranstaltung im September 2018 hervorgegangen waren. Zudem die Beurteilung dieser Anregungen durch Passanten am Tag der Lancierung der Petition. Zemp: «Wir geben die Wünsche der Bevölkerung weiter.»
Er persönlich sei ernüchtert, was Sissach bisher aus der Chance Begegnungszone gemacht habe. Neidvoll blicke er nach Liestal: «Wenn ich sehe, was man im ‹Stedtli› geschaffen hat, muss ich sagen, dass die Musik dort spielt und nicht in Sissach.»
