Über uns

Am Anfang der «BegegnungsAG» steht eine Informationsveranstaltung der SP Sissach und Umgebung im Herbst 2018. Sie hat in der Folge eine Gruppe engagierter Einwohnerinnen und Einwohner zusammengeführt, die sich nach Jahren der Stagnation für eine «lebändigi Begegnigszone» einsetzen wollen. 

Bereits kurz nach der Eröffnung der umgestalteten Hauptstrasse zeichnete sich ab, dass der eigentlich als Begegnungszone gedachte «Strichcode» sehr weit weg von der eigentlichen Idee entfernt blieb: Eines Raumes, der Aufenthaltsqualität verspricht und die Besuchenden dazu einlädt, möglichst lange darin zu verweilen. Stattdessen wird, wenig einladend, ein Grossteil des Strassenraums von Parkplätzen belegt und dabei vom darin ständig im Gegenverkehr fliessenden motorisierten Verkehr dominiert. Raum für Veloparkplätze oder Orte zum Verweilen finden die Besucher:innen nur in Form von «Feigenblättern»: Ein unerwünschter Zustand, der bis heute von vielen Einwohner:innen und auswärtigen Besuchenden beklagt wird.

Die BegegnungsAG steht für eine Weiterentwicklung der Begegnungszone und will Interessierten ein Gefäss und eine Stimme geben. Engagierte Menschen sollen sich einbringen können, um diesem höchst unterwünschten Zustand im Dorfzentrum etwas anderes entgegenzusetzen, nämlich Aufenthaltsqualität, Begegnungsmöglichkeiten und die Lust am Verweilen. Nicht der motorisierte Verkehr soll Vorrang haben; nein, es sollen alle – Alte, Junge, Kinder, Familien, Gewerbe, Anstösser, Auswärtige – gleichberechtigt von diesem Begegnungsraum profitieren können.

Mit unterschiedlichen Aktionen versuchen wir, die Mitglieder der BAG – Oli Biedert, David Foggetta, Elvira Graf, Pascal Gysin, Ruedi Scheibler, Patrick Waldburger, Steffi Zemp – sowohl auf die von vielen wahrgenommenen Missstände als auch – und vor allem – auf die verborgenen Potentiale der Begegnungszone hinzuweisen. Mit handstreichartigen Aktionen, wie zum Beispiel der Ausschilderung einer «Begegnungsfreien Zone» oder einer «Kreideblumenaktion», versuchen wir, einen öffentlichen Diskurs in Gang zu setzen. Der Wunsch nach einer Verbesserung ist bei vielen Besucher:innen seit Jahren ungebrochen und hat sich teilweise sogar verstärkt. Wir sind überzeugt, dass das Ziel, die Aufenthalts- und Lebensqualität in unserer zweckentfremdeten Begegnungszone zu erhöhen, immer mehr Menschen am Herzen liegt. 

Geschichte

Im Herbst 2008 wurde die Begegnungszone im Zentrum von Sissach feierlich eröffnet. Nach der Entlastung durch den Chienbergtunnel sollte eine verkehrsberuhigte Begegnungszone, in welcher die Fussgänger:innen gegenüber dem motorisierten Verkehr vortrittsberechtigt sind, die Attraktivität und Aufenthaltsqualität des Sissacher Dorfkerns erhöhen. Doch bereits wenige Wochen nach der Eröffnung begannen die Diskussionen darüber, wie die unbefriedigende Situation, insbesondere für zu Fuss Gehende und Velofahrende, verbessert werden könnte. Auch dieBasler Zeitung stellte damals fest, dass sich im Dorf Ernüchterung breit mache. Der Artikel hat leider nichts von seiner Aktualität eingebüsst: Die Situation hat sich bis heute in keiner Weise verbessert, obwohl die Probleme seit über zehn Jahren bekannt sind.

Selbst eine Forschungsstudie im Auftrag des Bundesamts für Strassen (ASTRA) kommt zum Schluss, dass, wer zu Fuss durch die Begegnungszone geht, kaum das Gefühl hat, sich in einer Zone mit Fussgängervortritt aufzuhalten, denn die alles beherrschende Dominanz der Autos sei zu krass. Es empfehle sich im Interesse der Aufenthaltsqualität, die Parkplatzanzahl zu überprüfen und wenn möglich zu reduzieren.

Trotz der durch den Gemeinderat eingesetzten «Betriebskommission Begegnungszone» wurden in all den Jahren ausser fragwürdigen «Überpinselungen» keine wirklich substanziellen Verbesserungen vorgenommen. Diese müssten zum Ziel haben, den immensen Flächenverbrauch des motorisierten Verkehrs zu reduzieren und einen Ort mit Aufenthalts- und Lebensqualität für ALLE zu schaffen.

Ideen

Im Sinne unserer Zielsetzungen sollen hier stichwortartig einige Anregungen und Ideen zur Weiterentwicklung der Begegnungszone vorgelegt werden, die andernorts längst umgesetzt sind:

  • Räume und nicht Flächen gestalten
  • Erhöhung der Aufenthalts- und Verweilqualität mittels Schaffung von «verkehrsberuhigten!!» Flächen bzw. Räumen (Parklets!)
  • Entflechtung von Räumen unterschiedlicher Nutzungen (z.B. sichtbare Abgrenzung von Strassencafés und Parkplätzen)
  • Verkehrsfluss so planen, dass gewisse Strassenabschnitte nicht befahren werden können (z.B. Einbahn oder Strassenraumverengung)
  • Aufbrechen von linearen Strukturen über längere Distanzen
  • Ausweichverkehr durch die Begegnungszone möglichst unterbinden bzw. unattraktiv machen
  • Förderung der Aufenthaltsqualität
  • Angemessene Parkraumbewirtschaftung unter Einbezug der bestehenden Tiefgaragen
  • Unbedingtes Erstellen von grosszügigeren Veloparkplätzen
  • Verminderung des rollenden Verkehrs und erneute Prüfung eines Einbahnregimes

Gemeinsam für eine «lebändigi Begegnigszone»: Kommunikation und Partizipation

  • Gefässe für Mitwirkungsprozesse etablieren
  • Einbezug von Anwohner:innen und Gewerbetreibenden
  • Die Aufwertung und Weiterentwicklung der Begegnungszone kann als Standortmarketing genutzt werden, was allerdings konkrete Investitionen in eine verbesserte Aufenthaltsqualität voraussetzt
  • «Partnerschaft» mit anderen Orten mit Begegnungszonen; Förderung von gegenseitigem Austausch und Exkursionen
  • Öffentlichkeitsarbeit zu Themen, welche die Begegnungszone betreffen
  • Kommunikationskonzept erstellen, um Aktuelles, Entwicklungen, Anregungen, Ideen etc. an die Bürger:innen heranzutragen (z.B. Leserbriefe)