Volksstimme – Do, 18. Februar 2021
Begegnungszone Sissach – Spurensuche in der Fasnachtszeitung «dr Glöggeliwagä» vom «1. Meerz 09»
Wie die Zeiten an gewissen Orten – auch nach mittlerweile 12 Jahren – doch beständig und hartnäckig stillstehen können! Dies belegt jedenfalls eindrücklich eine Spurensuche in der Fasnachtszeitung Sissach vom 1. März 2009. Unter dem farbenfrohen Titel «Einkaufszone ‹Strich-Center› samt Begegnungscode» haben die Autoren damals Anekdoten zusammengetragen, die auch heute, im Fasnachtsmonat 2021, keineswegs an Aktualität verloren haben.
Weiterentwickelt hat sich die Begegnungszone während der vergangenen Jahre kaum! Fragt sich nur, weshalb und aufgrund welcher Interessen sich diese träge Beständigkeit so lange hat halten können. Aus der «gewerbefreundlichen Kramgasse» jedenfalls ist nicht, wie der Bevölkerung damals vorab versprochen wurde, ein lebendiges Zentrum mit «flankierenden Massnahmen» geworden. Vielmehr hat sich – schon damals – abgezeichnet, dass mutmasslich eine versteckte Agenda mit im Spiel war und sich im Dorfkern über die Jahre hinweg anstelle einer «lebändigen» Begegnungszone als Ort für alle ein Ort von «stehenden Autokolonnen beidseits» etablieren konnte.
Und heute? Die damalige Agenda hat sich – mit hohem Preis für viele – vorläufig gefestigt. «Also wie gehabt? Schlimmer», stellte «dr Glöggeliwagä» schon damals fest: «Jetzt hat’s nämlich nicht einmal mehr Fussgängerstreifen oder eine Ampel. Die einzig durchgehenden Streifen sind weiss (…). Und immer wieder verstellt!»
Eine derartige Nicht-Entwicklung hat sich damals niemand gewünscht. Mit der Zustimmung zum «Strichcode» wurden die Stimmenden nämlich im Glauben gelassen, den lärmgeplagten Anwohnenden und den später darin zirkulierenden Besuchenden Räume und Aufenthaltsqualität zu ermöglichen. Und heute? Nach wie vor leben wir mit und in einer von motorisiertem Verkehr dominierten Strasse, die kaum zum Innehalten, zum Flanieren und Geniessen einlädt, die persönlichen Kontakte im «Strassenraum für alle» vielmehr erschwert und damit die Lebensqualität im Herzen des Dorfes nicht eben fördert.
Für die BAG BegegnungsAG: Stefan Zemp, Sissach
