Volksstimme – Do, 01. April 2021
Zum Artikel «Einfallsloser Pragmatismus» in der «Volksstimme» vom 18. März, Seite 3
Das grosse Gewicht liegt im Thema Begegnungszone Sissach ganz offensichtlich im falschen Denken. Ein Umdenken muss jetzt stattfinden, denn es muss nicht jeder Kunde einen Parkplatz haben, damit er direkt vor dem Geschäft parkieren kann! So werden wir nie eine Begegnungszone haben. Der wahre Sinn dahinter ist, dass Menschen sich begegnen, treffen, unterhalten und auch wohlfühlen wollen. Dies alles gelingt nur, wenn die Zuständigen den Mut haben, nachhaltig und zum Wohle der Begegnung zu handeln. Flanieren und etwas trinken geht nur, wenn Begegnungsinseln dafür geschaffen werden, in denen man sich sicher und emissionsfrei jederzeit niederlassen kann.
Niemand muss direkt vor einem Geschäft parkieren und sollte dies vorkommen, weil das Eingekaufte sehr schwer ist, können Halteinseln helfen, dies zu tun. In Städten wie Kopenhagen fahren von fünf Personen vier mit dem Fahrrad. Das Umdenken ist im vollen Gange, denn nach Studien sind 67 Prozent der in Kopenhagen lebenden Menschen ohne Auto unterwegs. Fakt: Je mehr Strassen und Parkplätze angeboten werden, umso mehr Menschen kaufen mit dem Auto ein. Doch wichtig für soziale Integration ist Sicherheit und diese ist nur gewährleistet, wenn unsere Begegnungszone mit der Priorität Mensch geschaffen wird.
Geschäfte profitieren meiner Meinung nach mehr von Kundschaft, welche Zeit und ein Umfeld von Attraktivität, Freundlichkeit, Gemeinschaft und Liebe von beiden Seiten für die Produkte haben. Schliesslich ist «Take away» nicht unsere wirkliche Mentalität und Philosophie, sondern die Wertschätzung und Dankbarkeit an unsere Geschäfte und Einkaufsmöglichkeiten.
Francine Kara-Horand, Sissach
