Das war der zweite Streich

Volksstimme – Di, 19. Februar 2019

Christian Horisberger

«Begegnungs AG» dekoriert Zentrum

Die Begegnungszone hat ein bisschen Schmuck erhalten. Anonyme haben auf der ganzen Länge der verkehrsberuhigten Hauptstrasse Kreideblumen auf die Strasse gemalt. Die Botschaft: Es geht auch weniger trist.

«Warme Luft hatten wir jetzt genug. Wir wünschen uns endlich ein Zeichen, dass man sich um die Begegnungszone kümmert.» Die «Begegnungs AG» hat in der Nacht auf Samstag eines gesetzt, ihr zweites schon. Die anonyme Gruppe, die sich für eine Begegnungszone mit einer grösseren Aufenthaltsqualität (die «Volksstimme» berichtete) starkmacht, dekorierte den «Strichcode» mit weissen Kreideblumen.

Das ist nun nichts Weltbewegendes. Aber ein Anstoss für die Benützer der Begegnungszone, sich Gedanken darüber  zu machen, was sie sich mehr vom Ortszentrum wünschen, sagt einer der Urheber  der Aktion, der sich bei der

«Volksstimme» gemeldet hat. Man wolle kein Fahrverbot oder die Streichung der Parkplätze, sondern dass man sich um das Geschenk kümmert, das Sissach mit der Begegnungszone erhalten habe. Um beispielsweise Tröge oder Kübel mit blühenden Blumen aufzustellen, brauche es nicht zuerst ein Parkhausam Bahnhof. Damit spielt das «AG»-Mitglied auf die Ankündigung von Gemeinderat  Daniel Stocker an, mit einem Parkhaus den Parkplatzdruck auf die Begegnungszone zu reduzieren. «Wir haben in den vergangenen zehn Jahren schon so viel warme Luft erlebt; jetzt möchten wir endlich etwas Sichtbares, ein Zeichen, dass sich jemand ernsthaft kümmert.»

ln einer dritten Aktion nach der Fasnacht wollen die Personen hinter der «AG» ihre Masken fallen lassen. Ihre Absicht sei es, dann in der Begegnungszone Anregungen und Wünsche für die Aufwertung des Bereichs zu sammeln und diese in den politischen Prozess einzuspeisen.

Der erste Streich der «Begegnungs AG» war eine Guerilla-Aktion  am Tag des Sissacher Sonntagsverkaufs im Dezember. Sie hatte ohne Bewilligung einen kleinen Bereich des «Strichcodes» mit Bauabschrankungen abgesperrt. Die Provokation zog den Unmut  des Gewerbevereins auf sich, warf ansonsten aber keine hohen Wellen. Aber es seien daraus Fragen hervorgegangen, sagt das «AG»-Mitglied: Wem gehört eigentlich die Begegnungszone? Wer bewilligt, wer verfügt? Wer hat welche Berechtigungen? So gesehen sei die Aktion ein Erfolg gewesen: «Man macht sich Gedanken über die Begegnungszone.»

Das war der zweite Streich