Quittung

Volksstimme – Do, 05. April 2018

Zum Artikel «Ein Riss geht durch Sissach» in der «Volksstimme» vom 29. März, Seite 3

Gut, greift die «Volksstimme>> die Schäden  im Sissacher Dorfzentrum auf Doch macht es sich Gemeinderat Stocker im Artikel zu einfach, wenn er andeutet, dafür sei eventuell der Kanton als damaliger Bauherr verantwortlich. Ich darf an die tollen Pläne und schönen Skizzen erinnern, mit denen man uns damals für den «Strichcode» erwärmte. Als Zubringer und Parkplatz eines «Einkaufszentrums», die vom motorisierten Verkehr übernutzt werden, war der «Strichcode» nie gedacht. Auch sind es nicht Fussgänger oder Velofahrerinnen, welche die Schäden verursachen. Das sieht ja auch Gemeinderat Stocker so: Verantwortlich ist die Belastung durch die Autos. Zu ergänzen wäre, dass Letztere immer grösser und schwerer werden. Nicht die Planung, sondern die Nutzung ist folglich das Problem. Die Schäden sind die teure Quittung dafür, dass es der Gemeinde in zehn Jahren nicht gelungen ist, im Dorfzentrum durch Verkehrsbeschränkungen für eine Nutzung zu sorgen, die mit den Plänen und Versprechungen in Einklang stehen würde.

Trifft es zu, dass Automobilisten ihr Verhalten nur dann verändern, wenn sie es am Geldbeutel spüren, wäre vielleicht das Verursacherprinzip gefragt: Zugang erhält nur, wer via «Begegnungszonen-App» für jede Einfahrt ins Dorfzentrum eine elektronische Gebührenmarke löst. Anwohnerinnen, Lieferanten und Menschen mit Behinderungen  Iiessen sich von der App freischalten Ein solches «Road Pricing» wird selbst vom Bundesrat als «zukunftsträchtiger und interessanter Ansatz» bezeichnet. Sissach könnte sich dazu als Pioniergemeinde melden und für einen Test zur Verfügung stellen.

Ruedi Epple, Sissach

Quittung