Volksstimme – Di, 27. April 2021
Als interessierter Leser regionaler Medien stelle ich mit Genugtuung fest, dass in vielen Gemeinden im Baselbiet ein Umdenken stattfindet, was die Nutzung der Allmend anbelangt. Allmählich wird erkannt, dass Menschen öffentliche Räume schätzen und brauchen, in denen sie sich ungezwungen begegnen können. Es macht Mut festzustellen, wie vielerorts Räume von hoher Aufenthaltsqualität geschaffen werden. Oftmals erfolgt dies durch Umgestaltung von Dorfzentren oder Neuausrichtung von Verkehrsregimes, um lebenswerten öffentlichen Plätzen oder Strassenabschnitten Platz zu machen.
Dabei wird auch dem Langsamverkehr Rechnung getragen. Schnell aufs Velo steigen macht dann noch mehr Spass. Während in der Begegnungszone Sissach der Zustand des Stillstands anhält und das Ungleichgewicht mutwillig verwaltet wird, wird andernorts fleissig geplant und umgesetzt. Bestünde nicht gerade in diesen Frühlingstagen die Maxime, dem hiesigen gebeutelten Gastgewerbe mehr Aussenflächen – etwa in Form von Gastro-Parklets – zur Verfügung zu stellen, zumal Innenräume bis auf Weiteres kaum benutzt werden dürfen? Dies könnte im Rahmen einer zeitlich beschränkten Umnutzung, auch auf Kosten einiger weniger Parkplätze erfolgen. Dabei würde sich zeigen, wie mögliche Veränderungen von der Bevölkerung aufgenommen werden.
In Basel sollen die Restaurants unbürokratisch ihre Boulevardflächen vergrössern dürfen. Dies fordern Politiker von links bis rechts. Was in Basel machbar ist, sollte doch auch in Sissach denkbar sein. Die Frage sei deshalb erlaubt: Mit welchem Recht stemmt sich eine Minderheit aus Gewerbe und Behörden in Sissach seit Jahren so vehement gegen eine «lebändigi» Begegnungszone? Man bedenke: alle Sissacher/-innen haben Anrecht auf eine angemessene Mitnutzung. Und wenn die Aufenthaltsqualität stimmt, dann trifft man sich auch wieder gerne mit Freunden aus der Region für einen Umtrunk im Herzen von Sissach.
Für die «BegegnungsAG»: David Foggetta, Sissach
